CO2 Rückgewinnung in der Praxis
Erfahren Sie, wie das Landmark-Projekt in Rhodesia erfolgreich eine CO₂-Rückgewinnungsanlage in Betrieb genommen hat
Wie das Rhodesia Projekt in Worksop (UK) Carbon Capture wirtschaftlich nutzbar macht
Die Transformation der Energieversorgung verlangt nach Lösungen, die zwei scheinbar gegensätzliche Anforderungen miteinander verbinden: eine zuverlässige, flexibel steuerbare Stromerzeugung und eine konsequente Reduktion von CO₂-Emissionen. Gerade gasbasierte Kraftwerke stehen dabei im Spannungsfeld zwischen Versorgungssicherheit und wachsendem regulatorischem Druck.
Das Rhodesia Projekt im britischen Worksop zeigt, dass dieser Zielkonflikt lösbar ist. Die Anlage demonstriert, wie Carbon Capture nicht nur Emissionen reduziert, sondern sich als integrierter Bestandteil eines wirtschaftlich tragfähigen Energiesystems etablieren lässt. Statt CO₂ als unvermeidbare Belastung zu betrachten, wird es hier gezielt in einen nutzbaren Rohstoff überführt.
Die Ausgangssituation:
Flexible Energie unter steigendem CO₂-Druck
Gasbetriebene Kraftwerke sind ein zentraler Baustein moderner Energiesysteme. Sie gleichen die Volatilität erneuerbarer Energien aus, sichern Netzstabilität und liefern Strom genau dann, wenn er benötigt wird. Gleichzeitig nehmen jedoch die wirtschaftlichen und regulatorischen Herausforderungen zu. Steigende CO₂-Preise, strengere Emissionsvorgaben und der wachsende Anspruch an messbare Nachhaltigkeit verändern die Rahmenbedingungen grundlegend.
Am Standort Worksop stellte sich daher eine zentrale Frage: Wie lässt sich die notwendige Flexibilität in der Stromerzeugung erhalten, ohne langfristig steigende CO₂-Kosten und regulatorische Risiken in Kauf zu nehmen? Die Antwort lag in der frühzeitigen Integration von Carbon Capture als festen Bestandteil des Kraftwerkskonzepts.
FLEXPOWER PLUS®:
Carbon Capture von Anfang an mitgedacht
Die Anlage in Worksop ist ein gasbasiertes Kraftwerk mit einer elektrischen Leistung von rund 10 MW. Entwickelt wurde es von Landmark Power Holdings in enger Zusammenarbeit mit Rolls-Royce mtu, ASCO Carbondioxide und weiteren Technologiepartnern. Aus dieser Zusammenarbeit entstand FLEXPOWER PLUS® - ein modulares Gesamtkonzept, dass auf zukünftige Projekte angepasst und übertragen werden kann.
Im Unterschied zu klassischen Kraftwerksprojekten wurde die CO₂-Abscheidung hier nicht nachträglich ergänzt, sondern von Beginn an in das Anlagenlayout und den Betrieb integriert. Dieses ganzheitliche Design ermöglicht eine optimale Abstimmung zwischen Energieerzeugung, Abgasführung und CO₂-Rückgewinnung. Das Kraftwerk liefert damit nicht nur flexible, verlässliche Energie für das Stromnetz, sondern erzeugt parallel einen neuen, wirtschaftlich nutzbaren Output: hochreines CO₂.
CO₂-Rückgewinnung im Betrieb:
Vom Abgas zum marktfähigen Produkt
Im laufenden Betrieb wird das Abgas der Gasmotoren gezielt in eine CO₂-Rückgewinnungsanlage geleitet. Zum Einsatz kommt ein bewährtes Post-Combustion-Verfahren auf Basis der Aminwäsche, das sich durch einen hohen technologischen Reifegrad und industrielle Praxistauglichkeit auszeichnet.
Das CO₂ wird dabei selektiv aus dem Abgasstrom entfernt, aufbereitet und in weiteren Prozessschritten gereinigt, getrocknet und verflüssigt. ASCO bringt in diesem Projekt seine langjährige Erfahrung in der CO₂-Aufbereitung ein und stellt sicher, dass das abgeschiedene CO₂ die erforderliche Reinheit erreicht, um in sensiblen Anwendungen eingesetzt werden zu können. In Worksop wird CO₂ in Food-Grade-Qualität erzeugt – ein entscheidender Faktor für die wirtschaftliche Nutzung.
CCU statt CCS:
Wirtschaftlichkeit durch Nutzung
Ein zentrales Element des Rhodesia-Projekts ist die bewusste Entscheidung für Carbon Capture and Utilisation (CCU) anstelle einer reinen Speicherung. Das abgeschiedene CO₂ wird nicht kostenintensiv entsorgt oder langfristig gelagert, sondern als Produkt vermarktet.
Über langfristige Abnahmeverträge wird das CO₂ kontinuierlich in industrielle Anwendungen geliefert, unter anderem in die Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Dieses Modell schafft planbare Erlöse und reduziert gleichzeitig die Abhängigkeit von schwankenden Energie- und CO₂-Märkten. Für den Anlagenbetreiber bedeutet das eine doppelte Wirkung: Einerseits sinken die Kosten durch vermiedene Emissionsabgaben, andererseits entsteht eine zusätzliche, stabile Einnahmequelle. Carbon Capture wird so vom reinen Klimaschutzinstrument zu einem wirtschaftlichen Hebel.
Modulare Architektur als Erfolgsfaktor
Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg des Projekts ist die modulare Auslegung der gesamten Anlage. Statt auf komplexe, standortspezifische Großlösungen zu setzen, basiert FLEXPOWER PLUS® auf standardisierten Modulen für Energieerzeugung und CO₂-Rückgewinnung.
Diese Architektur erleichtert nicht nur Planung und Bau, sondern ermöglicht auch eine flexible Anpassung an unterschiedliche Standortbedingungen. Kapazitäten lassen sich skalieren, Erweiterungen schrittweise umsetzen und Projekte deutlich schneller realisieren als bei konventionellen Großanlagen. Gerade für dezentrale Anwendungen oder industrielle Standorte mit begrenztem Platzangebot eröffnet diese Modularität neue Perspektiven für den Einsatz von Carbon Capture.
Übertragbarkeit und Ausblick
Worksop ist mehr als ein einzelnes Pilotprojekt. Die Anlage dient als Referenz für ein Konzept, das sich auf zahlreiche weitere Anwendungen übertragen lässt – von industrieller Eigenstromversorgung über netzdienliche Kraftwerke bis hin zu „Behind-the-Meter“-Lösungen für energieintensive Betriebe.
Auf Basis der gewonnenen Erfahrungen wird das FLEXPOWER PLUS® Konzept aktuell weiterentwickelt, unter anderem in Richtung containerisierter, standardisierter Systeme. Ziel ist es, Carbon Capture noch schneller, einfacher und breiter verfügbar zu machen – ohne dabei Kompromisse bei Effizienz oder Wirtschaftlichkeit einzugehen.
Erklärvideo FLEXPOWER PLUS® Konzept
Vorteile einer CO2 Rückgewinnungsanlage
Kostenersparnis
Durch die eigene Rückgewinnung von CO₂ verringert sich der Bedarf an zugekauftem CO₂ erheblich. Dies führt zu spürbaren Einsparungen bei den Betriebskosten, insbesondere bei kontinuierlicher oder großvolumiger Produktion.
Versorgungssicherheit
Mit einer eigenen CO₂-Anlage sind Sie unabhängig von externen Lieferungen und Lieferengpässen. Sie verfügen jederzeit über eine stabile Versorgung, was Produktionsunterbrechungen verhindert und Ihre Planungssicherheit erhöht.
Nachhaltigkeit
Die Rückgewinnung von CO₂ reduziert die Emissionen Ihres Unternehmens messbar. Dies unterstützt nicht nur die Erreichung Ihrer Klimaziele, sondern stärkt auch Ihre ESG-Strategie und das umweltbewusste Image bei Kunden und Partnern.
Prozesssicherheit
Eine kontinuierliche, zuverlässige CO₂-Verfügbarkeit sorgt für stabile Produktionsprozesse. Dadurch werden Schwankungen in der Qualität und Ausfälle durch fehlendes CO₂ minimiert, was die Effizienz Ihrer Anlagen erhöht.
Systemintegration
Unsere CO₂-Rückgewinnungsanlagen lassen sich einfach in bestehende Produktionsabläufe integrieren. Die Technologie arbeitet nahtlos mit Ihren bestehenden Prozessen zusammen, ohne größere Anpassungen oder Unterbrechungen.
Schnelle Amortisation
Die Investition in eine CO₂-Rückgewinnungsanlage rechnet sich besonders schnell bei regelmäßigem oder großvolumigem Betrieb. Durch die Kombination aus Einsparungen, Prozesssicherheit und Nachhaltigkeit amortisiert sich die Anlage oft innerhalb weniger Jahre.
ASCO – Ihr Partner für die gesamte CO₂-Wertschöpfungskette
Von der CO₂-Versorgung über die Trockeneisproduktion bis hin zu Rückgewinnungstechnologien: ASCO bietet komplette, nahtlos integrierte Lösungen aus einer Hand. Mit langjähriger Erfahrung, innovativen Technologien und einem globalen Servicenetz begleiten wir Unternehmen zuverlässig auf ihrem Weg zu mehr Effizienz, Qualität und Nachhaltigkeit. Lernen Sie uns kennen und entdecken Sie, wie ASCO Sie ganzheitlich unterstützen kann.