CCUS – Schlüsseltechnologie für eine klimafreundlichere Industrie und Energieversorgung
Carbon Capture, Utilization and Storage (CCUS) ist eine der relevantesten Technologien zur Reduktion von CO₂-Emissionen und damit ein zentraler Baustein im Kampf gegen den Klimawandel. Im Folgenden erklären wir, was CCUS genau ist, wie es funktioniert, welchen Nutzen es bietet, wie der aktuelle Stand der Technologie aussieht und welche Rolle Industrieunternehmen dabei spielen. Zudem stellen wir vor, wie ASCO mit ihren CO₂-Rückgewinnungsanlagen aktiv zur nachhaltigen CO₂-Nutzung beiträgt.

Was bedeutet CCUS?
CCUS steht für Carbon Capture, Utilization and Storage, zu Deutsch: Kohlendioxid-Rückgewinnung, -Nutzung und -Speicherung. Die Technologie umfasst alle Prozesse, die CO₂ direkt an der Emissionsquelle abscheiden, anschließend entweder verwerten oder dauerhaft speichern, um eine Freisetzung in die Atmosphäre zu verhindern. Im Gegensatz zu klassischen Emissionsminderungen, die vor allem auf Vermeidung setzen, ermöglicht CCUS, auch bestehende CO₂-Emissionen aktiv einzufangen und somit die Klimabilanz von Industrie und Energieerzeugung signifikant zu verbessern. Laut der Internationalen Energieagentur (IEA) könnte CCUS dazu beitragen, die weltweiten CO₂-Emissionen um fast 20 % zu senken (etwa 37 Gigatonnen CO₂ pro Jahr bis 2050) und gleichzeitig die Kosten für den Klimaschutz um rund 70 % zu reduzieren.
Wie funktioniert CCUS?
Der Prozess von Carbon Capture, Utilization and Storage (CCUS) umfasst verschiedene Phasen: die Rückgewinnung, die Aufbereitung und zuletzt entweder die Nutzung oder Speicherung von CO₂. Jeder dieser Schritte spielt eine entscheidende Rolle bei der Reduktion von Treibhausgasemissionen und der nachhaltigen Transformation industrieller Prozesse.
1. CO₂-Rückgewinnung & -Aufbereitung:
Im ersten Schritt wird das Kohlendioxid direkt an der Emissionsquelle – etwa bei Industrieanlagen oder Kraftwerken – aus den Abgasen entfernt. Je nach Konzentration und Zusammensetzung der Abgase kommen unterschiedliche Technologien zum Einsatz. Dazu zählen chemische Absorptionsverfahren mit Lösungsmitteln, Membrantrennverfahren oder Adsorptionsmethoden. Ziel ist es, das CO₂ möglichst effizient und rein zu isolieren, um es für die weitere Nutzung oder Speicherung vorzubereiten.
ASCO nutzt das chemische CO₂-Rückgewinnungsverfahren der Aminwäsche. Dieses Verfahren gilt als besonders ausgereift (höchster „Technology Readiness Level“ 9) und wird seit vielen Jahrzehnten zuverlässig im industriellen Dauerbetrieb eingesetzt. Dabei wird das Rauchgas in einem sogenannten Absorber mit einer Aminlösung in Kontakt gebracht. Das Amin bindet gezielt das CO₂ aus dem Rauchgas. Die mit CO₂ angereicherte Lösung fließt anschließend in eine weitere Anlage, die Stripperkolonne. Dort wird die Flüssigkeit mit heißem Dampf erhitzt, wodurch sich das CO₂ wieder vom Amin löst. Das freigesetzte CO₂ wird dann gesammelt, verdichtet, entwässert und gereinigt, bevor es schließlich verflüssigt und in Tanks für Lagerung oder Transport bereitgestellt wird.
2. CO₂-Nutzung:
Ein besonders zukunftsweisender Aspekt von CCUS ist die Nutzung bzw. Wiederverwertung des zurückgewonnenem CO₂ als wertvolle Ressource. Statt es in die Atmosphäre entweichen zu lassen, kann CO2 in zahlreichen Industriezweigen weiterverwendet werden – ein wichtiger Beitrag zur Kreislaufwirtschaft.
- • In der chemischen Industrie dient CO₂ als Ausgangsstoff für die Herstellung von Methanol, Harnstoff oder Polymeren. Diese Produkte finden Anwendung in Düngemitteln, Kunststoffen und pharmazeutischen Erzeugnissen.
- • In Kombination mit grünem Wasserstoff kann CO₂ zu synthetischen Kraftstoffen wie E-Methan oder E-Kerosin verarbeitet werden. Diese klimaneutralen Alternativen sind besonders für die Luftfahrt und den Schwerlastverkehr von Bedeutung.
- • Auch in der Baustoffindustrie findet CO₂ Verwendung: Es kann in der Zement- und Betonherstellung mineralisiert und dauerhaft eingebunden werden. Dies reduziert nicht nur Emissionen, sondern verbessert teilweise auch die Materialeigenschaften.
Diese vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten zeigen, dass CO₂ nicht nur ein Abfallprodukt, sondern ein wertvoller Rohstoff sein kann – vorausgesetzt, es wird intelligent und nachhaltig eingesetzt.
3. CO₂-Speicherung:
Wenn eine direkte Nutzung nicht möglich oder wirtschaftlich nicht sinnvoll ist, wird das abgeschiedene CO₂ dauerhaft gespeichert. Dies geschieht meist in geologischen Formationen wie erschöpften Erdgas- oder Ölfeldern oder tiefen Salzwasser-Aquiferen. Die Speicherung verhindert, dass das CO₂ in die Atmosphäre gelangt, und trägt so langfristig zur Emissionsminderung bei.
Eines der bekanntesten Projekte ist das Sleipner-Feld in Norwegen, das 1996 in Betrieb genommen wurde und von Equinor betrieben wird. Equinor injiziert seitdem jährlich rund 1 Millionen Tonnen CO₂ in die Utsira-Formation in der Nordsee, wodurch Sleipner als das erste kommerzielle CCUS-Projekt gilt. Nach einer Phase der Unsicherheit und Projektabbrüche in den 2010er-Jahren, vor allem wegen hoher Kosten und fehlender politischer Unterstützung, erhielt CCUS in den letzten Jahren wieder stärkeren Auftrieb durch die Europäische Union, die CCUS als Schlüsseltechnologie für das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 sieht. Programme wie der “EU-Innovationsfonds” sowie Initiativen in den Nordsee-Anrainerstaaten fördern neue CO₂-Speicherprojekte, insbesondere durch Kooperationen zwischen Industrie und Regierungen. Aktuell entstehen mehrere große CCUS-Projekte, etwa Northern Lights in Norwegen, das CO₂ grenzüberschreitend transportiert und speichert, sowie neue Vorhaben in den Niederlanden, Großbritannien und Dänemark.

Nutzen und Vorteile von CCUS
CCUS bietet vielfältige Vorteile. Besonders in emissionsintensiven Industriezweigen wie Stahl- oder Zementproduktion kann der Ausstoß von Treibhausgasen erheblich verringert werden. Zudem wirkt CCUS als wichtige Brückentechnologie für die Energiewende, indem es fossile Ressourcen mit geringerem CO₂-Fußabdruck nutzbar macht. Darüber hinaus eröffnet die Nutzung von abgeschiedenem CO₂ neue wirtschaftliche Chancen, indem CO₂ als Rohstoff in verschiedensten Bereichen eingesetzt wird. Gerade in Industrien, in denen eine vollständige Vermeidung von Emissionen schwierig ist, den so genannten “hard-to-abate industries", bietet CCUS eine praktikable und nachhaltige Lösung.
Aktueller Stand und Zukunftsperspektiven von CCUS
Weltweit gewinnt CCUS zunehmend an Bedeutung. Viele Projekte befinden sich noch im Demonstrations- oder Pilotstadium, doch erste großtechnische Anlagen sind bereits in Betrieb – vor allem in Nordamerika, Europa und Asien. Die Technologie entwickelt sich stetig weiter, was zu sinkenden Kosten und steigender Effizienz führt. Politische Maßnahmen wie CO₂-Steuern und Förderprogramme wie dem “EU Innovationsfund” unterstützen den Ausbau von CCUS. Zukünftig ist damit zu rechnen, dass CCUS stärker in industrielle Wertschöpfungsketten integriert wird und gesteigerte Nutzungsmöglichkeiten für CO₂ entstehen. Der technologische Fortschritt gepaart mit politischen Anreizen macht CCUS zu einem zentralen Element moderner Klimastrategien.
Chancen für Industrieunternehmen
Industrieunternehmen sollten CCUS aktiv in ihre Nachhaltigkeitsstrategie einbinden. Dazu gehört zunächst eine genaue Analyse der eigenen Emissionsprofile, um passende Technologien für die Rückgewinnung und Nutzung zu identifizieren. Zusammenarbeit mit Technologieanbietern, Forschungseinrichtungen und Infrastrukturprojekten ist entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung. Investitionen in CO₂-Rückgewinnungsanlagen sowie in Verwertungs- und Speicherlösungen ermöglichen eine deutliche Verbesserung der CO₂-Bilanz. Gleichzeitig lassen sich so neue Geschäftsfelder erschließen. Eine transparente Kommunikation der CCUS-Maßnahmen stärkt zudem das nachhaltige Image gegenüber Kunden und Partnern.
ASCO – Partner für effiziente CO₂ Rückgewinnung
ASCO bietet innovative CO₂ Rückgewinnungsanlagen, die speziell auf die Bedürfnisse industrieller Kunden abgestimmt sind. Unsere Lösungen ermöglichen eine effiziente Rückgewinnung, Aufbereitung und Nutzung von CO₂ als wertvolle Ressource. Mit langjähriger Erfahrung und technischem Know-how unterstützt ASCO Unternehmen dabei, ihre Klimaziele zu erreichen und gleichzeitig die Ressourceneffizienz zu steigern. So leisten wir einen aktiven Beitrag zur nachhaltigen Transformation der Industrie.

























